Ratgeber Migräne
Informationen für Betroffene und Angehörige
Wissenswertes
Im Laufe des Jahres 2008 wurden die Leitlinien zur Migränebehandlung von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sowie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie überarbeitet. Die Überarbeitung erfolgte aufgrund der in den letzten Jahren neu gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Demnach sollten z. B. bei einer schweren Migräne Triptane zum Einsatz kommen, wobei keine Empfehlung für ein bestimmtes Präparat gegeben wird. Bei leichten Migräneanfällen wird eine frühzeitige Gabe von Paracetamol oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) befürwortet. Auch die Migräneprophylaxe wird in den Leitlinien berücksichtigt. So wird hier der Einsatz folgender Substanzen empfohlen: Gabapentin, Amitriptylin, Venlafaxin, Acetylsalicylsäure, u. v. m.
Migränebehandlung bei Kindern
Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Überarbeitung der Leitlinien auch auf die Behandlung von Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter gelegt. Hier liegt eine deutliche Entwicklung der medikamentösen Behandlungsmethoden in den letzten Jahren vor. So wurde u. a. die Wirkung von Triptanen bei Kindern untersucht. Ab einem Alter von 12 Jahren wird demnach bei akuter Migräne der Wirkstoff Sumatriptan als Mittel der zweiten Wahl nach Ibuprofen empfohlen. Bei Versagen dieser Therapieoptionen wird der Einsatz weiterer Triptane befürwortet.
Die nichtmedikamentöse Behandlung
Auch nichtmedikamentöse Behandlungsoptionen für die kindliche Migräne kommen in den überarbeiteten Leitlinien zum Tragen. Hier werden z. B. Entspannungsverfahren oder eine kognitiv-verhaltensorientierte Therapie empfohlen.
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