Ratgeber Migräne

Informationen für Betroffene und Angehörige

Ursache und Entstehung

Die genauen Ursachen für eine Migräne sind noch nicht gänzlich geklärt. Dennoch liegen verschiedene Ansätze vor, die die Symptome der Krankheit zu erklären versuchen. In der sog. Übererregbarkeitshypothese gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Hirnrinde des Hinterhauptslappens der Migränepatienten eine verstärkte Erregbarkeit aufweist, durch die es zu einer Ausschüttung von Kalium in den extrazellulären Raum kommt. Diese Kaliumionen stellen nach dieser Hypothese die Ursache für den Kopfschmerz und die Sehstörungen dar.

Erweiterung der Blutgefäße

Einer anderen Hypothese liegt zugrunde, dass bei einer Migräneattacke bestimmte Rezeptoren in den Wänden der Blutgefäße im Kopf aktiviert werden, die zu einer Erweiterung der Gefäße führen, welche letztlich den Kopfschmerz verursacht. Diese Hypothese wird durch die Beobachtung gestützt, dass sich die Symptome verringern, sobald sich die Blutgefäße komprimieren.

Ein weiterer Ansatz beruht auf der Tatsache, dass während eines Migräneanfalls die Ausschüttung bestimmter entzündungsfördernder Botenstoffe (u. a. Calcitonin Gene-Related Peptide) beobachtet werden konnte. Diese bewirken eine Erweiterung der Blutgefäße im Kopf und führen zudem zu einer erhöhten Durchlässigkeit derselben. Dadurch kann es zum vermehrten Austritt von Flüssigkeit und infolgedessen zu einer Ödembildung mit Kopfschmerzen kommen.

Genetische Faktoren

Wissenschaftler gehen außerdem von einer gewissen genetischen Disposition aus, da in einigen betroffenen Familien gleich mehrere Mitglieder unter Migräne leiden. In diesen Fällen wird von einer familiären hemiplegischen Migräne gesprochen, an der wahrscheinlich Mutationen im CACBA1A-Gen (Typ 1 der familiären hemiplegischen Migräne), im ATP1A2-Gen (Typ 2) sowie im SCN1A-Gen (Typ 3) beteiligt sind.

Auslöser

Ein Migräneanfall kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehören u. a. Stress, Zyklusschwankungen bei der Frau und einige Lebensmittel. Vor allem Rotwein, Käse, Schokolade und Kaffee werden von Betroffenen häufig als Auslöser angegeben. Ob diese Genussmittel jedoch tatsächlich einen Migräneanfall auslösen können, ist noch nicht abschließend geklärt.

ui

multiplesklerose-aktuell.net bookmarken

Migräne-News von Curado.de

  • Musiktherapie
    Chronische Kopfschmerzen und Migräne können erfolgreich mit Musiktherapie behandelt werden. Studien von Wissenschaftlern der SRH Hochschule Heidelberg belegen, dass sich bei einer Kombination von medizinischer Schmerztherapie und Musiktherapie die Stärke der Schmerzen deutlich verringert.
  • Walken und Joggen hilft gegen Migräne
    Walken und Joggen hilft gegen Migräne und Kopfschmerzen. Wie eine Studie der Universitätsklinik KIel geziegt hat, kann sich sportliche Betätigung deutlich positiv auf die Stärke, die Häufigkeit und die Dauer einzelner Migräneattacken auswirken. Von insgesamt 52 Patienten hielten 28 den Trainingsplan (dreimal die Woche 30 Minuten Walken oder Joggen) über den gesamten Zeitraum von zehn Wochen durch.
  • Gegen Migräne in die Loipe
    Mit Skilanglauf, Joggen oder Yoga können Migräne-Patienten den Kopfschmerz-Attacken genauso effektiv vorbeugen wie mit einem Medikament. Das berichtet das Apothekenmagazin "BABY und Familie" unter Berufung auf ein schwedisch-norwegisches Forscherteam. Der positive Einfluss von Sport wird schon lange vermutet, Studien gab es aber kaum.