Ratgeber Migräne
Informationen für Betroffene und Angehörige
Diagnose und Krankheitszeichen
Um eine Migräne diagnostizieren zu können, führt der behandelnde Arzt i. d. R. zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem Patienten. Da Kopfschmerzen außer einer Migräne auch noch viele andere Ursachen haben können, ist es wichtig, die Schmerzen und ihre Eigenschaften so präzise wie möglich zu beschreiben. Um andere Krankheiten auszuschließen, kann der Arzt verschiedene Verfahren wie eine Computertomographie oder eine Elektroenzephalographie (EEG) anwenden. Auch diverse Laboruntersuchungen anhand von Urin-, Blut- oder Nervenzellwasserproben können zur Diagnose hinzugezogen werden. Zudem kann die Auswertung eines vom Patienten geführten Kopfschmerztagebuchs bei der Diagnosestellung weiterhelfen.
Verschiedene Phasen
Eine Migräne lässt sich in mehrere Phasen unterteilen. Diese Phasen müssen jedoch nicht bei allen Patienten auftreten. Je nach Migränetyp kann es auch nur zu Symptomen einer oder einzelner Phasen kommen. In der sog. Vorbotenphase ändert sich das Allgemeinbefinden der Patienten. Es kann zu Störungen im Magen-Darm-Trakt, Müdigkeit, Empfindlichkeit in Bezug auf Geräusche oder Heißhungerattacken kommen. In vielen Fällen werden diese Vorboten jedoch nicht mit der nachfolgenden Migräne in Verbindung gebracht, dabei berichten gut 30 % aller Migränepatienten von diesen Vorlaufphasen, die einige Stunden bis zwei Tage dauern können.
Sinnesstörungen
Etwas seltener – in 15–20 % der Fälle – geht der akuten Schmerzphase die sog. Auraphase voraus, die ihren Namen den dabei auftretenden Symptomen verdankt: Diese Phase ist hauptsächlich durch visuelle Störungen geprägt. Aber auch Berührungs- und Empfindungsstörungen sowie andere neurologische Symptome können auftreten. Die Betroffenen nehmen plötzlich Formen und Farben anders wahr, das Sehfeld kann eingeschränkt oder verzerrt sein. Schwindel oder Störungen beim Wahrnehmen von Gerüchen sind weitere Symptome. Alle Krankheitszeichen können unabhängig voneinander oder nacheinander auftreten. Ein häufiges „Wandern“ der Gefühlsstörungen (z. B. Kribbeln in einzelnen Körperteilen oder die Beeinträchtigungen des Sehfeldes) innerhalb des Körpers sind charakteristisch. Die Symptome hinterlassen i. d. R. keine bleibenden Schäden.
Schmerzphase
In der akuten Kopfschmerzphase kommt es in vielen Fällen zu einem heftigen und pochenden Schmerz, welcher oftmals in nur einer Kopfhälfte auftritt. Häufig ist der Bereich hinter Auge und Schläfe betroffen. Begleitend zu den Kopfschmerzen kommt es bei einem Großteil der Betroffenen zu Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Zudem können sich die Symptome bei körperlicher Anstrengung, hellem Licht und Geräuschen verstärken. Die Schmerzphase kann von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. Beim status migraenosus leiden die Patienten besonders, da ein Migräneanfall dem nächsten nahezu übergangslos folgt.
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